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Garagen-Tage

Ja, los…ging es auch bei mir mit der eigenen Band im Proberaum. Damals gab es noch keine Digitaltechnik um selber Aufnahmen machen zu können und somit waren Bands auf die paar Studios der Stadt angewiesen. Diese wurden oft von schlecht gelaunten Herren betrieben, die dann nach ihren eigenen Vorstellungen gemischt haben.  Am Ende hatte man eine LP, die komisch klang, niemanden interessierte und war ein kleines Vermögen los. Aus dieser Not heraus, haben wir uns in Studios ohne Betreuung eingemietet, was natürlich billiger war. Und uns dann nach und nach den Proberaum mit Recording-Equipment ausgerüstet, um dort eigene Demos machen zu können. Die Ergebnisse waren nicht berauschend, aber wir haben sehr viel gelernt.

Bands ohne Soundmann

Auch damals gab es in Augsburg einen Live-Club, der zu den besten im Land gehörte.  Im Bootleg in Oberhausen spielten die seinerzeit angesagtesten Indie- und Underground Bands. Ein Freund von mir hat sich um die Soundanlage gekümmert. Als dann der Laden wegen zu großer Lautstärke schließen musste, (das Bootleg war im Erdgeschoss eines Wohnhauses! Heute unvorstellbar: Unten donnert „ The Scream“ (mit Dave Grohl am Schlagzeug), oben sitzen Ernst und Erika und schauen „Wetten Dass“)  machten Freund und PA in München weiter. In den dortigen Clubs Kulturstation und Substanz spielten Stone Temple Pilots, Sonic Youth, Bad Religion, Neurosis usw. Ich half immer öfter beim Aufbau der PA . Und da es für US-Bands unüblich war, mit eigenem Soundmann zu touren, fing ich an, die Bands auch zu mischen.  Damals war eine amerikanische Band meistens das ganze Jahr auf Tour und gab bei uns bereits das 150ste Konzerte in Folge. Die hatten dadurch eine unglaubliche Routine im gesamten Ablauf von Soundcheck bis Konzert.  Alles ging Zack Zack. Kick Drum….Vocals… Monitor…ein Song….Bumm fertig!!! Ich hatte sehr großes Glück, auf diese Art mixen zu lernen.

Ich fahr mit !

Da die meisten Bands jedes Jahr, manche sogar öfter in diesen Clubs spielten, kannte ich einige schon recht gut und es dauerte nicht lange, bis ich dann für Touren angeheuert wurde. Ich war viel in Europa/USA unterwegs, mischte winzige Clubs, rießige Stadion-Festivals, TV-Shows, Proberaumaufnahmen, Demos und lernte viele Bands und deren Mitarbeiter kennen. Traf dann die Beatsteaks und war sofort von deren Ernsthaftigkeit und Fleiß beeindruckt, mit denen sie an Sound und Musik feilen.  Ich bin dabei, wenn Bands versuchen, ihren Sound zu finden, einzufangen und zu transportieren. Vom Proberaum ins Studio. Vom Studio auf die Bühne. Von der Bühne in die PA und in die letzte Reihe. „Toms Sound“…ist die Folge aus diesen Erfahrungen.  Ob Live-Konzert oder Recording und der Mix danach. Ich höre darauf, dass nichts verloren geht.  Im Besten Fall ist dann „Toms Sound“ der Band Sound.